Bauern protestieren gegen Handelsabkommen mit Südamerika

Bauern protestieren gegen Handelsabkommen mit Südamerika

14/03/2018 14:40 - Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft macht aus Sorge um die Rinderwirtschaft mobil gegen das Handelsabkommen „Mercosur“.

Hagen - Die deutschen Rinderhalter schlagen Alarm gegen Billigfleisch aus Südamerika. Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft und die Initiative Campact e.V. haben eine Unterschriftenaktion gegen den Abschluss des sogenannten „Mercosur-Abkommens“ der Europäischen Union mit Lateinamerika gestartet und hoffen, die Vereinbarungen beeinflussen zu können.

„Das Abkommen ist für unsere Rinderhalter in Westfalen-Lippe von großer Bedeutung“, erklärt Hans-Heinrich Berghorn, Sprecher des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbandes (WLV), gegenüber der WESTFALENPOST. Rund 220 000 Rinder werden im WLV-Gebiet gehalten.

 

„Hier wird auf dem Altar des Freihandels der Bestand unserer bäuerlichen Landwirtschaft geopfert“, sagt Friedrich Ostendorff, agarpolitischer Sprecher der Bundestagsfraktion der Grünen. Mercosur sei weder im Interesse von europäischen Verbrauchern noch im Sinne einer bäuerlichen Landwirtschaft.

Das Märchen vom Hüftsteak

Rund 100 000 Tonnen Rindfleisch aus Brasilien und Argentinien könnten nach jetzigem Verhandlungsstand jährlich zollfrei nach Europa eingeführt werden. Eine Masse Fleisch, die deutlich günstiger als europäisches Rind auf dem Teller der Verbraucher landen würde. Allerdings wenig nachhaltig. Wer davon träumt, demnächst wieder ein hochgelobtes argentinisches Hüftsteak auf den Grill zu schmeißen, sollte die Geschichte dazu kennen. Den Gaucho, der in den Weiten der Prärie dem Rind hinterhergaloppiert, um es dann für den Europäer einzufangen, den gibt es so wohl kaum noch. Es geht vielmehr um Massentierhaltung. Und: „Der Import von brasilianischem Gammelfleisch im vergangenen Jahr hat gezeigt, dass die Kontrollen von Hygiene und Verbraucherschutzstandards nicht funktionieren. Ein weiterer Abbau von Schutzstandards ist der reine Hohn“, bemerkt Ostendorff. Der Verbraucher hat kaum die Chance, dies erkennen zu können, um eine verantwortliche Entscheidung an der Theke zu treffen.

200000 Unterschriften sollen gesammelt werden

Sobald die Bauern 200 000 Unterschriften gegen das Handelsabkommen gesammelt haben, wollen sie diese dem neuen Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier übergeben. Sein Ressort hatte zuletzt die Verhandlungen der EU mit den Südamerikanern von Bundesseite begleitet. Der gerade außer Dienst gesetzte Staatssekretär im Bundeswirtschaftsministerium, Matthias Machnig, hatte bei einem Treffen der EU-Außenhandelsminister in Sofia vor 14 Tagen jubiliert: „Nach Jahren der Verhandlungen sind wir sehr nah dran“. Das Abkommen mit den Mercosur-Mitgliedern Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay galt bereits als praktisch unterschriftsreif.

Die jüngste Abschottungspolitik des US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump dürfte die Verhandlungsgeschwindigkeit der EU schon deshalb erhöhen, um ein Zeichen für freien Handel zu setzen. In Frankreich formierte sich indes bereits vergangenen Monat Widerstand. 20 000 Menschen gingen gegen Billigfleisch aus Südamerika auf die Straße. Präsident Macron versicherte seine Unterstützung.

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